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Aus dem Hilfsverein – alte Ideen in neuem Gewand

Nach jahrelangen Überlegungen und Rätseln von Hilfsverein, Pfarrern und Vorstandschaft, was in den Räumlichkeiten des ehemaligen Altersheimes in der Bahnhofstraße 17 neben Hort und Kindergarten noch untergebracht werden könnte, kam mir beim Stöbern im Internet und beim Lesen der Sozialraumstudie der Stadt Vohenstrauß der Gedanke, eine „neue alte“ Idee für die Nutzung der Gebäude in das Spiel zu bringen. Hier der Vorentwurf für ein Projekt, welches der Hilfsverein in den nächsten Jahren angehen möchte. Voraussetzung für eine Umsetzung ist natürlich, ob eine solide Finanzierung möglich und ein Bedarf für diese Wohnform gegeben ist. Vorgespräche mit einem Architekten für einen Kostenvoranschlag sowie der Stadt Vohenstrauß und der Stadtbau Amberg (Zuschussträger) bezüglich einer Bezuschussung im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West fanden bereits statt und haben den Verantwortlichen Mut gemacht, die Projektidee weiterzuverfolgen. Dieser erste Entwurf muss natürlich weiter entwickelt und konkretisiert werden, dazu ist angedacht, zu gegebener Zeit einen Arbeitskreis ins Leben zu rufen – hier ist jede und jeder, der mitdenken möchte natürlich herzlich willkommen.

„Generationenwohnen“ Wohnen für Alleinerziehende und Senioren in Vohenstrauß

Die eigentliche Projektidee besteht darin, im ehemaligen, sanierungsbedürftigen Altenheim des evangelischen Hilfsvereins Vohenstrauß, in der Bahnhofstraße 17, Wohnungen für allein erziehende Mütter einzurichten. Da der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz steht, muss mit Bedacht an die Planung und Umsetzung dieser Projektidee gegangen werden. In einem ersten Bauabschnitt sollen Wohnungen für bis zu fünf alleinziehende Mütter sowie ein gemeinsamer Aufenthaltsraum geschaffen werden. Die Möglichkeit von unterschiedlichen Betreuungsangeboten sind in der unmittelbaren Nähe des evangelischen Kindergartens sowie des Hortes gegeben. Diese Betreuungsmöglichkeiten geben den allein erziehenden Müttern die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung. Die gegenseitige Hilfe bei der Betreuung der Kinder durch die Mütter untereinander würde eine weitere Entlastung darstellen. Weitere Hilfestellungen durch staatliche Stellen (Jugendamt, Sozialamt), das Fachpersonal des Kindergartens und des Hortes, durch ehrenamtliche Kräfte der Kirchengemeinde, der Pfarrer usw. wären denkbar und wünschenswert. Auch Termine vor Ort, beispielsweise um Formulare auszufüllen, Fragen zu beantworten, könnten hilfreich sein. In der Studie zur sozialen Stadt wird im Untersuchungsgebiet Altstadt Vohenstrauß gerade die Gruppe der alleinerziehenden Mütter mit einen Anteil von 15 Prozent und die Gruppe der allein stehenden Senioren mit einem Anteil von 20 Prozent genannt – es würde sich anbieten, diese beiden Gruppen in einer späteren Erweiterung des Projektes in einer Hausgemeinschaft zusammen zu bringen. So könnten Wohnungen nicht nur für Alleinerziehende sondern auch für Senioren entstehen. Beide Personengruppen kämpfen im Alttag oftmals mit ähnlichen Problemen (Vereinsamung, finanzielle Nöte, sinkender Lebensstandard, Defizite an Versorgung von individuellen Bedürfnissen, Verlust der Familiengemeinschaft usw. ). Gleichzeitig verfügen beide Gruppen über unterschiedliche Ressourcen: Senioren steht meist ein Überangebot an Zeit zur Verfügung, während bei allein erziehenden berufstätigen Müttern oftmals ein Zeitmangel vorhanden ist. Verlust von Aufgaben und Verantwortung bei den einen steht eine Überforderung bei den anderen gegenüber. Der Bewegungseinschränkung bei den Senioren steht die Mobilität der Jüngeren gegenüber. Zudem könnten die jungen Mütter von der Lebenserfahrung der Älteren lernen und profitieren.. Organisatorische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Schwierigkeiten lassen sich in einem Vorsorgungsverbund leichter und gegebenenfalls auch kostengünstiger bewältigen als von Einzelnen.

Bestandteile des Projektes

1. Fünf bis acht Wohnungen für alleinerziehende Mütter sowie in einer evtl. späteren Ausbauphase drei bis fünf Wohnungen für Senioren. Jeder hat eine nach seinen Bedürfnissen konzipierte Wohnung (soweit möglich). Die Wohneinheiten sollten je nach Größe ein bis drei Zimmer haben, mit Bad und eigener kleiner Küche bzw. Küchenzeile ausgestattet sein. Zusätzlich sollte es ein bis zwei Gemeinschaftsräume als zentrale kommunikative Anlaufstelle geben. Der gesamte Wohnbereich ist nach der DIN 18025 für barrierefreies Bauen und Wohnen zu gestalten (Vermeidung von Stufen u. Schwellen, Doppelte Handläufe, Türbreiten usw.) gebenenfalls ist eine Festlegung der Wohneinheiten auf Seniorenund Familienwohnungen (Treppenlift, Aufzug) zu treffen. Die Haustechnik sollte auf die Nutzung regenerativer Energien ausgelegt werden (Hackschnitzel, Warmwasserkollektoren usw.) sowie modernsten Energiestandards entsprechen. Die direkte Nähe des Altstadtzentrums mit seiner Infrastruktur sowie vielen Einkaufsmöglichkeiten schaffen für beiden Personengruppen individuelle Selbstständigkeit wie auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
2. Der Kindergarten sowie der Hort: Hier werden die Kinder der alleinerziehenden Mütter von den Fachkräften betreut – nach Ende oder zur Unterstützung dieser Betreuung können die Senioren oder andere Mütter die Kinder im Bewohnerkreis auf ehrenamtlicher Basis betreuen.
3. Die Gemeinschaftsräume können bzw. sollen für interne oder auch öffentliche Vorträgegenutzt werden. Hier bieten sich Veranstaltungen von Fachstellen der Jugend- und Sozialarbeit, der Frauenbünde, der kirchlichen Einrichtungen wie Diakonie oder Caritas an, auch kulturelle Veranstaltungen sind denkbar. Diese Veranstaltungen sollten von den Bewohnern gemeinschaftlich (soweit möglich) oder von einem aus dem Bewohnerkreis zusammengestellten Gremium organisiert werden. Hier kann auch das Fachpersonal des Kindergartens bzw. des Hortes mit einbezogen werden und der Kreis auf die anderen Eltern des Kindergartens und Hortes erweitert werden. Grundsätzliche Schwerpunkte sollten das christliche und soziale Miteinander, ökonomisches Wirtschaften und ökologisch bewusstes Handeln innerhalb der Hausgemeinschaft sein.

4. Wünschenswert wäre eine selbstbestimmende, lebendige Hausgemeinschaft der genannten Personengruppen, mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung und Hilfe unter Ausnutzung der vorhandenen wirtschaftlichen und persönlichen Ressourcen. Es soll ein Zusammenleben entstehen, welches die Inanspruchnahme von externen Dienstleistern minimiert.

Vorteile dieser Wohnform

Die Senioren werden durch diese Wohnform mehr in das gesellschaftliche und gemeinschaftliche Leben integriert. Den Senioren wird, selbstverständlich freiwilfreiwillig, Verantwortung für die Gemeinschaft oder auch z.B. für einzelne Kinder übertragen. Sie können ihre Erfahrungen im täglichen Miteinander an jüngere Menschen weitergeben und erfahren dadurch Wertschätzung, Lebensfreude und neue Aufgabenfelder. Durch die Hausgemeinschaft wird die individuelle Versorgung gewährleistet. Bei eintretender Pflegebedürftigkeit ist sichergestellt, dass erst einmal jede Versorgung in der Hausgemeinschaft (oder bei Bedarf durch externe Dienstleister) erbracht wird und nicht sofort in eine stationäre Einrichtung umgezogen werden muss. Alleinerziehende erfahren Entlastung im familiären Alltag, Freiraum für soziale Kontakte. Berufstätigkeit ist mit der Familie wieder vereinbar, Anregungen und Kontakte zu anderen Familien entstehen. Kinder erfahren Entspannung im Verhältnis zum Elternteil, soziale Entwicklung mit anderen in familienähnlichen Strukturen wird möglich, ebenso erweiterte Betreuung. Durch das Zusammenführen der Generationen wird bzw. soll dem stetigen Werteverfall entgegen gewirkt werden.

Nach einem Ausspruch von Erich Fromm liegt „In der Balance zwischen individueller Freiheit und verantwortungsvoller Gemeinschaft die Chance, man selbst zu sein“

Uli Münchmeier

Nachwahl im Hilfsverein:

Im Vorstand des evangelischen Hilfsvereines gab es einen Wechsel. Dieter Hofman wollte bereits 2005 aufhören. Er hat sich dann bereit erklärt, noch ein Jahr weiterzumachen.
Vielen Dank dafür und auch für all die Arbeit in den vergangenen Jahren!

Für ihn wurde Frau Andrea Kleber in den Vorstand gewählt. Sie ist mit dem Kindergarten und dem Hort seit vielen Jahren eng verbunden.
Auch ihr ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement!

Pfr. Peter Peischl

 

Neuwahlen im Evang. Hilfsverein Vohenstrauß

Ende April fand die Mitgliederversammlung im Hilfsverein statt. Der Hilfsverein ist sozusagen der "diakonische Arm" unserer Gemeinde. Er ist der Träger vom Gottfried-Sperl-Kindergarten und -Hort. Von dessen Arbeit berichteten Frau Schmalnauer und Frau Schlesinger. Derzeit mit viel Arbeit verbunden: Die Finanzierung soll geändert werden. Allerdings sind unterschiedlich lange "Buchungszeiten" und entsprechend gestaffelte Elternbeiträge auch jetzt schon eingeführt. Im Kindergarten und Hort wird dazu noch genauer informiert werden - derzeit geht das noch nicht ganz, weil einige "Hausaufgaben" in Politik und Ministerium unerledigt sind.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Mitgliederversammlung: die Neuwahlen. Nach vielen Jahren der Mitarbeit haben Fritz Münchmeier als 2. Vorsitzender und Erich Meidenbauer als Kassier aufgehört. Ein ganz herzliches Dankeschön für ihre Arbeit!

Dem neuen Vorstand gehören (in alphabetischer Reihenfolge) an: Gerhard Bär (2. Vorsitzender), Dieter Hofmann, Peter Peischl (Vorsitzender), Erwin Scholz (Kassier), Gerhard Stahl (Schriftführer); Karl Ochantel und Alfred Wurdack als Kassenprüfer.

Danke für die Bereitschaft, Arbeit (und auch Ärger) auf sich zu nehmen!

Pfr. Peter Peischl

Vorstand

 

Der Vorstand: (v.l.) Dieter Hofmann, Erich Meidenbauer(ausgeschieden), Pfr. Peter Peischl (Vorsitzender), Alfred Wurdack, Friedrich Münchmeier(ausgeschieden), Erwin Scholz, Karl Ochantel, Gerhard Stahl, Gerhard Bär

 

Logo Hilfsverein

Am 5. Oktober 1997, dem Erntedankfest, feierte der Evang. Hilfsverein Vohenstrauß e. V. sein 100-jähriges Gründungsfest. Es erschien dazu eine Festschrift 689.14 Kb, da wir meinten, es wäre für gegenwärtige und zukünftige Generationen nicht uninteressant zu erfahren, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Zielen die Gründungsväter einst daran gegangen sind, den Evangelischen Hilfsverein Vohenstrauß ins Leben zu rufen. Wir danken unserem Vereinsmitglied Dr. Volker Wappmann ganz herzlich, daß er sich der Mühe unterzogen hat, über die Anfänge des Evang. Hilfsvereins und seine Aufgaben zu forschen und geradezu spannend darüber zu schreiben.

Von Anfang an war der Evang. Hilfsverein das Anliegen der ganzen Gemeinde gewesen. Er war gleichsam nur das ausführende Organ der diakonischen Verpflichtung, in der jede christlichen Gemeinde steht. Mir scheint, dieses Bewußtsein müßte wieder geweckt bzw. mehr gepflegt werden.

Wie Sie wissen, ist eine Gemeinschaft nur so stark, wie ihre Glieder zusammenstehen. Die Vorstandschaft des Evang. Hilfsvereins Vohenstrauß braucht das Gefühl und das Wissen, in ihren Entscheidungen nicht allein zu stehen und sie braucht die Anregungen aller, zeitgemäße Arbeitsfelder zu entdecken und konkrete Hitfe zu leisten. Genauso ist sie angewiesen auf Ihrer aller konstruktive Kritik, um Fehlentscheidungen zu vemeiden. Wir können zu Recht stolz darauf sein, seit Jahren Träger eines bestens geführten 4-gruppigen Kindergarten zu sein, den Werkhof (Infoseite des Diakonischen Werks Weiden) initiiert zu haben und im ehemaligen Altenheim Aus- und Übersiedlern sowie Kriegsflüchtlingen ein Dach überm Kopf gewährt zu haben - bei aller Problematik, die uns mehr als bewußt ist. Aber wenn wir's nicht gemacht hätten, wer hätte es sonst gemacht? Und Hilfe tat hier einfach not. Das erkannte auch die Kommune dankbar an.

Viel wird in den nächsten Jahren zu tun sein. Das "Stammhaus" unseres Vereins - Bahnhofstraße 17 - wartet auf eine neue, sinnvolle Nutzung. Die dringend notwendige Renovierung wird viel Geld kosten. Auch der Kindergarten ist auf ständige Spenden und die Mitgliedsbeiträge angewiesen.

Pfr. Hermann Bock