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Aktuelles aus der Jugend

Aktualisiert (Donnerstag, den 08. März 2012 um 11:51 Uhr)

Aktuelles

Evang. Jugend - eine Social Community ?!

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Ein abwechslungsreiches Wochenende erlebten wir dieses Jahr wieder gemeinsam auf der Altglashütte. Dort fand wie gewohnt die Winterfreizeit der Evang. Jugend Vohenstrauß statt. Fast 40 Präparanden, Konfirmanden und Jugendmitglieder waren mit dabei. Dieses Jahr stand alles ganz unter dem Motto „Facebook, Schüler CC und Co.“. Die Jugendleiter Reinhard und Annalisa Lehner, Christina Ponader, Julia Scheibl, Sonja Wolf, Adrian Schober, Hans Reinl, Manuela Beck und Eva Kießling hatten ein vielseitiges Programm rund um das Thema soziale Netzwerke vorbereitet. Nach der Ankunft am Freitag mussten alle Teilnehmer, wie bei Internetplattformen üblich, erst einmal ein eigenes Profil erstellen. Als Einstieg sahen wir einen kurzen Film, bevor alle in einem bunten Spieleabend gegeneinander antraten.Altglashütte

Am Samstag konnten wir in unterschiedlichen Arbeitsgruppen alles zum richtigen Umgang und zur Bedeutung von Facebook, sozialen Netzwerken und Freundschaft im Internet erfahren. In einem actionreichen Spiel mussten wir Teilnehmer eigene „Social Communities“ gründen und in zahlreichen Spielen Mitglieder und Geld erkämpfen. Am Abend feierten wir einen gemeinsamen Gottesdienst, in dem wir uns über die Bedeutung von Gemeinschaft in Facebook, in der Jugendgruppe und der Gemeinde gemacht haben. Ein Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt merkten wir ganz besonders, als es am Sonntagmittag galt, sich voneinander zu verabschieden. Alle waren sich einig, dass es ein sehr schönes Erlebnis war. Im Winterprogramm steht neben einem gemeinsamen Frühstück, Gruppenstunden und einem Filmabend auch wieder eine Aufräumaktion im Jugendraum an.

Eva Kießling


Januar 2012: Vom Buch "Wir schreiben Geschichte" sind noch wenige Exemplare erhältlich. Bei Interesse melden Sie sich bei der Jugendleitung oder im evangelischen Pfarramt.


 
Endlich ist es so weit: Das erste Buch der Evangelischen Jugend Vohenstrauß ist fertig. Auf 132 Seiten finden sich Interviews mit 27 GesprächspartnerInnen, die selbst im Zeitraum der letzten 90 Jahre aktiv an der Jugendarbeit in der Evangelischen Gemeinde mitgewirkt und sie gestaltet und geformt haben oder als Kooperationspartner eine Bindung zur Evangelischen Jugend aufgebaut haben. Bereichert werden diese zusätzlich mit Fotos aus einer Zeitspanne von beinahe einem ganzen Jahrhundert. Zusammen ermöglichen Bilder und Texte Einblicke in das Gemeindeleben seit 1920.
Im zweiten Teilbereich des Buches finden sich unterhaltsame Anekdoten, Beiträge verschiedener Jugendlicher über ihre schönsten, schlimmsten und auch lustigsten Erlebnisse in der Jugendgruppe, sowie „Urban Legends“, „Insider“ und andere wissenswerte Details über „Evangelische Jugend heute.“

Das gebundene Buch mit dem Titel „Wir schreiben Geschichte“ wird nun zum Verkauf angeboten. Verkaufsstart wird in den Ostergottesdiensten der Evangelischen Kirchengemeinde Vohenstrauß sein. Der reguläre Preis beträgt 15 €, für SchülerInnen, StudentInnen und RenterInnen gibt es Ermäßigungen. Der Erlös kommt der Jugendarbeit zugute. Die Auflage beträgt 100 Stück – es gilt also schnell zu sein. Wer bereits vorbestellt hat, erhält sicher ein Exemplar.

Wie gut, dass Sarrazin nicht jung und charismatisch ist
 
         Vohenstrauß. Die Debatte um Thilo Sarrazin und sein Buch "Deutschland schafft sich ab" ist auch im neuen Jahr nicht beendet. Am Sonntag, den 23.01.2011 diskutierte die Evangelische Jugend über seine Thesen und bezog klar Position.  

21 Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren setzten sich am Sonntag in der Gruppenstunde der Evangelischen Jugend Vohenstrauß mit Thilo Sarrazin und der großen Begeisterung um ihn auseinander.

Die Frage war: Hat Sarrazin Recht mit dem, was er sagt und trifft nur den falschen Tonfall oder ist die ganze Debatte von Anfang an falsch? Seine Kernthese lautet, dass Deutschland kleiner, ärmer und dümmer wird. Sein Feindbild sind die Muslime und Araber, die eine hohe Geburtenrate und ein geringes Bildungsniveau haben, und die Deutschland "überfremden", weil sie nicht integrationswillig sind. In Nebenbemerkungen nimmt er zu deutschen Arbeitssuchenden, Kindergarten und Schulwesen Bezug.

Für viele ist die ganze Debatte um ihn und sein Buch schwer zu durchschauen. Deswegen spielten die Jugendlichen im Rollenspiel die verschiedenen Positionen nach.

Da gab es ...

... die Gruppe der Durchschnittsbürger, die seine Denkweise unterstützen: "Irgendwie hat er ja recht".

... die Medien, die sich freuen, mal wieder mühelos Schlagzeilen und Quoten zu haben und entweder von einer Differenzierung oder Polemisierung der Debatte leben.

... die Parteien: von IQ-Test für Einwanderer (Peter Trapp, CDU) bis hin zu stiller Freude bei der NPD und dem kompletten Gegenteil ist alles dabei. Empörter Protest von SPD und Grünen: "Sarrazin greift alles an, was uns heilig istIndividualität, Gleichheit, Freiheit, das Grundgesetz !" und eine gespaltene Meinung bei der Linken: "Sarrazin ist nicht diskussionswürdig, sondern nur brauner Sumpf von vor 60 Jahren" oder auch lautstarke Aktionen.

... die WissenschaftlerInnen, die z.T. von Thilo Sarrazin zitiert werden, bekunden an vielen Stellen, dass Sarrazin alle Forschungsergebnisse verkürzt und nur die für seine Argumentation nützlichen verwendet. Es gibt zahlreiche Studien, die genau das Gegenteil belegen und differenziertere Betrachtungen ermöglichen und/oder fordern. Die Welt ist nicht so einfach, wie Thilo Sarrazin und viele andere sie gerne hätten.

 ... die MigrantInnen selbst, die Deutsche sind, sich deutsch fühlen und sich auf vielerlei Arten in die Gesellschaft einbringen.

Sie kamen zu dem Schluss:

 
Sarrazin spielt mit alten Ängsten, aber produziert neue Feindbilder. Statt der einer Diskussion darum, wer in Deutschland leben darf und wer nicht, ist es wichtiger, eine Diskussion über Integrationshemmnisse zu führen und Barrieren sowohl auf Seiten der MigrantInnen und "von der Gesellschaft Abgehängten" als auch auf Seiten der Gesellschaft und Politik abzubauen. Demokratie heißt, dass alle Menschen das Recht haben, für sich und gemeinsam zu befinden, wie sie miteinander leben wollen. Menschen wie Sarrazin dürfen in Deutschland nicht die Mehrheit bilden, sonst ist es vorbei mit Demokratie, Gleichheit, Freiheit und Individualität. Wir müssen etwas gegen soziale Probleme tun, aber das kann nicht sein, Menschen aus unserer Gesellschaft auszuschließen, weil sie nicht in unser Bild passen und vielleicht schwierig sind. Wie gut, dass Sarrazin nicht jung und charismatisch ist, sonst könnten wir damit rechnen, dass ein größerer Umsturz stattfindet.

 

Außerdem diskutierten sie die Frage, warum die christlichen Kirchen in Bezug auf die Debatte um Sarrazin seltsam stumm sind. Gibt es keine Meinung der Kirche(n) zu dieser aktuellen Debatte, oder sie findet keinen Platz in der öffentlichen Diskussion? Gründe für die Nicht-Äußerung könnten sein, dass die christlichen Kirchen sich nicht angegriffen fühlen - es geht ja primär um den Islam. Sarrazin hält ja sogar die abendländischen Werte hoch! Doch was ist das für ein christliches Menschenbild, das zulässt, dass Nächstenliebe und die Würde des Einzelnen mit Füßen getreten werden? Jeder Mensch ist wertvoll und gleich vor Gott.
Ist der interreligiöse Dialog und die Wahrnehmung der Vielfalt auf Seiten des Islams eine Farce - haben die christlichen Kirchen (immer noch) Angst vor dem Islam und den Klischee-Selbstmordattentätern? Religionsfreiheit bedeutet eben auch, keine Monopol-Stellung mehr zu haben.
Ist die Kirche noch in ihren eigenen Skandalen und Rücktritten verfangen und will neue Meldungen, die für Aufruhr sorgen, vermeiden? Ist Seelenheil wichtiger als das menschliche Zusammenleben, das u.a. von Politik und Gesellschaft gestaltet wird?
 
Die Kirchengemeinden sollten vielmehr auf ihre integrativen Potentiale und z.T. integrative Praxis, gerade in Bezug auf bildungsferne und in Not geratene Menschen, hinweisen. Die christlichen Kirchen sollten sich nicht auf ihren Errungenschaften ausruhen, sondern sich auch gesellschaftspolitisch für wirkliche Nächstenliebe einsetzen.
 
Für die Evangelische Jugend Vohenstrauß
Christina Ponader

Eva Kießling - Unterwegs für Ecuador- mein Freiwilliges Soziales Jahr